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Das "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" räumt Migranten einen Rechtsanspruch auf Prüfung ihrer Qualifikation ein: Binnen drei Monaten nach Vorlage aller Unterlagen sollen sie Klarheit darüber haben, ob ihre Qualifikationen in Deutschland vollständig akzeptiert werden oder ob noch eine Weiterbildung erforderlich ist.
"Wir begrüßen das Gesetz ausdrücklich, weil es einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leistet", sagte Sybille von Obernitz, Bereichsleiterin Bildung beim DIHK, der Nachrichtenagentur Reuters http://de.reuters.com/. "Die entscheidende Verbesserung sehen wir darin, dass es nun ein geregeltes Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse gibt." Das bedeute eine "Qualitätssprung", so die DIHK-Bildungsexpertin.
Allerdings sei auch die Wirkung dieses Gesetzes in der richtigen Dimension zu sehen, mahnte sie. "Wir werden nicht plötzlich 300.000 hoch qualifizierte Fachkräfte neu entdecken. Ein Großteil dieser Leute ist bereits im Erwerbsleben integriert." Es sei nicht seriös abzuschätzen, wie viele Männer und Frauen ihre ausländischen Berufsabschlüsse überprüfen lassen werden.
"Dieses Gesetz allein wird nicht den Fachkräftemangel beheben" resümierte von Obernitz. "Es ist ein wichtiger Baustein, aber es muss noch mehr getan werden ? von der Qualifikation älterer Beschäftigter bis hin zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Festgesetzte Mindestlöhne gelten ebenfalls für alle Beschäftigten. Eine Lohnuntergrenze gibt es bereits für folgende Branchen: Abfallwirtschaft, Baugewerbe, Dachdecker- und Elektrohandwerk, Gebäudereiniger, Maler- und Lackiererhandwerk, Pflegebranche, Großwäschereien. Das Wach- und Sicherheitsgewerbe kommt voraussichtlich Anfang juni hinzu, die Weiterbildungsbranche ist für einen Mindestlohn vorgesehen. Für die Zeit- und Leiharbeit ist ein Mindestlohn über das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz verbindlich vorgegeben.

Ab 1. Mai gilt für Osteuropäer die sogenannte Freizügigkeit auf dem EU Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet ca. 140.000 Zuwanderer pro Jahr. Die erste Wahl ist Deutschland allerdings nicht. Deutsche Arbeitnehmer fürchten die Billigkonkurrenz.
Bundesarbeitsministerin von der Leyen sieht keinen Grund zur Sorge. Sie sieht mehr Chancen als Risiken. BA.Chef Weise sagte der Rheinischen Post: "In Grenzregionen zu Polen, Tschechien und Slowenien werden deutsche Arbeitnehmer sich auf schärferen Wettbewerb einstellen müssen. Zeitarbeitsfirmen aus dem Baltikum stehen bereits in den Startlöchern." Der BA Chef betonte zugleich, aes kämen weniger Zuwanderer, als Deutschland angesichts des Fachkräftemangels benötige. "Deutschland ist weniger attraktiv, als viele glauben. Junge, gut ausgebildete Osteuropäer gehen oft lieber nach England."
BA Vorstandsmitglied Heinrich Alt rechnet mt 100.000 bis 150.000 Arbeitskräften aus Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien, der Slowakei sowie Estland, Lettland und Litauen. "Gerade in einem Land mit einer sinkenden Zahl von Menschen im arbeitsfähigen Alter können wir diese Arbeitskräfte gut brauchen", betont Alt. Die Sorge, den Job an billige osteuropäische Arbeitskräfte zu verlieren, sei unbegründet. Alt sieht - in Grenzen - aber auch Risiken. So könnten zuwandernde Osteuropäer ungelernten Arbeitskräften und Langzeitarbeitslosen Konkurrenz machen.